Charakterisierung und Konditionierung von Pyrolyseprodukten
Die weitere Verarbeitung von Pyrolyseölen kann auf mehreren Wegen erfolgen: Im direkten Ersatz als Brennstoff zur Wärmeerzeugung und zur Weiterverarbeitung zu Kraftstoffen durch katalytisches Upgrading, über die Umwandlung in Synthesegas (bioliq®-Prozess) oder ihre Mitverarbeitung in Raffinerien. Die chemische Zusammensetzung von Pyrolysekondensaten ist äußerst komplex: Die meisten Bestandteile enthalten Sauerstoff, sind daher sehr polar und neigen zur Phasentrennung zwischen wasserlöslichen und unpolaren organischen Bestandteilen. Etwa die Hälfte der organischen Verbindungen liegen monomer vor, die andere Hälfte in aromatischen Oligomeren, dem sogenannten Pyrolyselignin. Als analytische Methoden werden Gaschromatographie, Gelpermeationschromatographie, magnetische Resonanzspektroskopie, Elementaranalyse (C, H, N, S) und Karl-Fischer-Titration eingesetzt.
Schwerpunkt der Arbeiten ist die Untersuchung katalytischer Systeme zur hydrierenden Aufarbeitung von Pyrolyseölen mit dem Ziel einer weit gehenden Dexoygenierung. Dies zur Stabilisierung (bessere Lagerfähigkeit), zur Erhöhung des Heizwertes und der Mischbarkeit mit unpolaren Stoffen (Mitverarbeitung in Raffinerien oder Blending bei der Kraftstoffherstellung). Untersucht werden vor allem selbst hergestellte oder kommerzielle Katalysatoren auf Metalloxid-Basis in Pulverform für einfache Batch-Laborversuche (bis 200 ml) oder als Formkörper bei mehrstufigen Prozessen in der kontinuierlichen Versuchsanlage (1 kg/h). Zur Charakterisierung der Katalysatoren kommen u.a. ICP-OES, EDX-SEM, TPD, TPD, BET-Messungen zum Einsatz. Aussichtsreiche Katalysatoren und Prozessbedingungen können in der Hydrieranlage des Carbon Cycle Lab in einem nächsten Scale-up-Schritt validiert werden.