Projekte
Nachhaltige Ausgangsstoffe für die chemische Industrie (SUSCI, BMWE 2025-2028): Beim Übergang von linearer zu zirkulärer Wirtschaft und damit der Verwendung nachhaltiger anstelle fossiler Einsatzstoffe, stellt die Umstellung des Einsatzspektrums für die chemische Industrie eine große technologische Herausforderung dar. Insbesondere der Steamcracker mit den bedeutsamen Zwischenprodukten Ethylen, Propylen und Aromaten weist eine hohe Hebelwirkung auf. Im Rahmen dieses Projektes wird die Nutzung von Ressourcen aus Kunststoffabfällen und niedrig bewerteter Biomasse zielführende Ansatzpunkte. SUSCI beinhaltet eine iterative Optimierung der Schritte Pyrolyse, Reinigung/Konditionierung/Upgrading und Steamcracking in Hinblick auf eine vorteilhafte Gesamtwertschöpfungskette.
Erneuerbare Kraftstoffe aus grünen Raffinerien der Zukunft (REF4FU, BMDV 2022-2026); Das vom IKFT koordinierte Vorhaben zielt auf die Entwicklung, Validierung und Bewertung nachhaltiger Raffineriekonzepte ab, mit denen der zukünftige Bedarf an erneuerbaren Flüssigkraftstoffen gedeckt werden kann. Aus erneuerbarem Methanol, Fischer-Tropsch-Kohlenwasserstoffen und Pyrolyseölen sollen die heute flottenüblichen und in absehbarer Zukunft erforderlichen Kraftstoffe mit skalierbaren Technologien erzeugt, getestet und bewertet werden. Zudem erfolgt eine Einordnung vor dem Hintergrund des regulatorischen Rahmens. Pyrolyseöle werden dabei vorrangig zu Schiffskraftoffen aufgearbeitet.
BLACK LIQUOR to FUELS (EU Horizon 2020, 2020-2024); Schwarzlauge ist ein Nebenprodukt der chemischen Zellstoffindustrie, das in dem von der Universität Tampere koordinierten Projekt durch HTL in Schiffs- und Flugkraftstoffe umgewandelt wird. Dabei spielt die Abscheidung der bei der Zellstofferzeugung verwendeten Salze sowie die katalytische Aufarbeitung für das Co-Processing in einer Raffinerie eine zentrale Rolle. Das IKFT hat zu dem Vorhaben insbesondere mit seinen Arbeiten zum Einfluss von Salzen auf die hydrothermale Umwandlung beigetragen.
FLEXI-GREEN FUELS (EU Horizon 2020, 2021-2023) entwickelt flexible Verfahren zur Herstellung nachhaltiger Biokraftstoffe der nächsten Generation aus Abfallbiomasse, insbesondere für die Luft- und Schifffahrt. Unter Koordination der Hochschule Bremerhaven zielt das Projekt darauf ab, lignozellulosehaltige Biomasse und kommunale Abfälle in klimafreundliche Kraftstoffe umzuwandeln. Die Kohlenhydratfraktionen werden in Lipide und weiter zu Dieselkraftstoff umgewandelt, das verbleibende Lignin wird durch Schnellpyrolyse und daran anschließende, katalytische Aufarbeitung ebenfalls zu Kraftstoffen veredelt.
NEXT GENERATION ROAD FUELS (EU Horizon 2020, 2018-2022) zeigt, dass das hydrothermale Verflüssigungsverfahren (HTL), kombiniert mit einer geeigneten Vor- und Nachbehandlung, ein effizienter Weg sein können, um kostengünstig synthetische Benzin- und Dieselkraftstoffe sowie anderen Kohlenwasserstoffverbindungen aus Klärschlamm, Lebensmittelabfällen und Bauholz herzustellen. Der Beitrag des IKFT bestand in der Optimierung des Stickstoffgehalts von HTL-Crude bei der hydrothermalen Umwandlung Fraktionierung von kommunalem Klärschlamm mittels verschiedener Vor- und Nachbehandlungsverfahren. Koordination: Universität Aalborg.
BRISK 2: (EU Horizon 2020, 2017-2023), Koordination: KTH, Schweden. Hauptziel ist die Finanzierung von Forschenden im Bereich der Herstellung von Energieträgern aus Biomasse, um ihnen den Zugang zu Anlagen zur biologischen und thermischen Biomasseumwandlung in ganz Europa zu ermöglichen. Seit dem Start von BRISK 2 im Jahr 2017 wurde über 100 Forschenden aus 30 Ländern (Stand: Oktober 2019) der Zugang gewährt.
Task Lead IEA Bioenergy Task 34 ‘Direct Thermochemical Liquefaction’ (2019-2027). Diese Arbeitsgruppe des TCP Bioenergy der IEA thermochemische Verflüssigung konzentriert sich auf die Überwindung von Hindernissen für die Kommerzialisierung der direkten thermochemischen Verflüssigung von Biomasse zur Herstellung flüssiger Kraftstoffe. Das übergeordnete Ziel der Aufgabe im Dreijahreszeitraum 2016–2018 im Kreis der aus Forschung und Wirtschaft stammenden Partner ist die Verbesserung der Implementierung der direkten thermochemischen Verflüssigung von Biomasse für Kraftstoffe und Chemikalien durch die Lösung kritischer technischer Probleme und die Verbreitung relevanter Informationen, insbesondere an Industrie und politische Entscheidungsträger.
reFuels (VM Baden-Württemberg, 2019-2022) Im Forschungsprojekt „reFuels – Kraftstoffe neu denken“ wurde die gesamte Wertschöpfungskette erneuerbarer Kraftstoffe untersucht – von der Herstellung im Tonnen-Maßstab über die Verteilung bis hin zum praktischen Einsatz in unterschiedlichen Fahrzeugtypen. Auf dieser Basis wurden Konzept für eine Demonstrationsanlagen im Raffinerie-Maßstab entwickelt.
ValProWa (BMBF, 2019-2022) Evaluierung der mikrobiellen Verwertbarkeit von Prozesswässern, die als Nebenprodukt bei der Schnellpyrolyse von Biomasse entstehen. Für die mikrobielle Umsetzung zu den Plattformchemikalien Itaconsäure und L-Äpfelsäure wurden Aspergillus oryzae (KIT-TEBI) und Corynebacterium glutamicum (TU München) eingesetzt. Anhand von Prozessmodellen und Simulationen wurden kontinuierliche Perfusionsbioreaktoren zur Reduzierung der negativen Effekte inhibierender Komponenten entwickelt und charakterisiert (Uni Hohenheim).
AMBITION (EU Horizon 2020; 2016-2019) Das ECRIA-Projekt trägt zu der EU-Forschungs- und Innovationsagenda zur Integration der Biokraftstoffproduktion und der Verwertung von überschüssigem Netzstrom bei. Das Vorhaben der Forschungs- und Innovationsagenda (ECRIA) nutzt dabei drei wesentliche Pfade zur Herstellung flüssiger Biokraftstoffe der nächsten Generation (Vorbehandlung und Fraktionierung von Biomasse, Vergasung sowie Synthesegasfermentation).
PYROCO2 (EU Horizon 2020, 2020-2027), Ziel ist die Herstellung von klimapositivem Aceton aus industriellem CO2 und Wasserstoff, der aus erneuerbarem Strom gewonnen wird; dieses Aceton dient als Plattform für die Produktion von Chemikalien und Materialien mit negativer CO2-Bilanz. Die im Rahmen des Projekts zu errichtende Demonstrationsanlage wird eine Kapazität zur Verwertung von bis zu 1.000 Tonnen industriellem CO2 pro Jahr als Rohstoff aufweisen.
PYRAGRAF (EU Horizon 2020, 2023-2027) Das Projekt entwickelt ein mobiles All-in-One-System, das die Umwandlung von land- und forstwirtschaftlichen Abfällen in wertvolle Produkte mittels Pyrolyse demonstriert. Dieses System besteht aus einem solarbetriebenen Vergaser mit Gasbrenner, einem Biomassetrockner und einem darin einem integrierten Pyrolysereaktor. Neben Biokohle als Hauptprodukt sollen auch die flüssigen Kondensate und das Pyrolysegas hochwertig genutzt werden.
B4B – Bioraffinerien für Baden-Württemberg (MLR Baden-Württemberg, 2018-2020) Aufbau und Betrieb einer Bioraffinerie an der Universität Hohenheim. In den Technikumsanlage konnte die vollständige stoffliche Verwertung lignozelluloser Biomasse zu chemischen Plattformchemikalien demonstriert werden. Miscanthus wurde in eine Kohlenhydrat- und eine Ligninfraktion gespalten, aus denen Hydroxymethylfurfural, Furfural bzw. phenolische Verbindungen hergestellt wurden. Produktnutzungsoptionen, Marktpotenzial und mögliche Stakeholder wurden von BIOPRO analysiert und daraus Konzepte und Szenarien für die Produktnutzung und Markteinführung entwickelt.
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